Art Brut

«Art Brut ist Art Brut, und jeder weiss, was gemeint ist. Oder vielleicht nicht ganz? Gerade das weckt die Neugier, es sich selbst anzuschauen.» Jean Dubuffet

Der Begriff Art Brut stammt von Jean Dubuffet, der sich in den 1940er Jahren auf die Suche nach ursprünglichen, spontanen und persönlichen Werken macht. Dabei entdeckt er Künstler|innen, die sich nicht um Konventionen kümmern und deren Werke frei von den Einflüssen des Kunstbetriebs entstehen. Sie zeichnen sich durch einen jeweils unverkennbaren, persönlichen Stil aus und werden aus einem inneren Impuls, aus einem tief menschlichen Bedürfnis geschaffen. Es handelt sich also nicht um eine Stilrichtung, sondern viel mehr um die Art der Herstellung oder die Haltung der Kunstschaffenden. Die meisten, aber nicht alle Künstler, haben ihren Stil und ihre Technik autodidaktisch erlernt und arbeiten oft jahrelang unentdeckt mit bescheidenen Mitteln und Materialien, ohne sich nach dem Publikum oder aktuellen Trends zu richten.

Um Jean Dubuffet bildet sich ein Kreis von weiteren namhaften Künstlern wie Pablo Picasso, Wassily Kandinsky und Paul Klee, die sich von Art Brut inspirieren lassen und auch bei zeitgenössischen Künstler erkennt man die Einflüsse dieser rohen Werke. Vor diesem Hintergrund wird Art Brut auch als Artist’s Art bezeichnet.

Die Bezeichnungen Outsider Art, Naive Kunst, Kunst der Aussenseiter oder Visionary Art bezeichnen ähnliche – wenn auch nicht deckungsgleiche – Bereiche der Kunst.

Die Sammlung von Jean Dubuffet:
Collection de l’Art Brut, Lausanne

Die Stiftung für Schweizerische Naive Kunst und Art Brut:
Museum im Lagerhaus, St. Gallen

Naive Kunst und Art Brut in der Kartause Ittingen:
Kunstmuseum Thurgau, Warth