Permanente Ausstellung

KABINETT VON PAUL AMAR – DER KÖNIG DER MUSCHELN

Die kleine permanente Ausstellung des Musée Visionnaire zeigt grossformatige Muschelwerke von Paul Amar. Eine faszinierende Welt des Glanzes und Glamours!

Paul AMAR, Arche de Noé, © Sammlung S. Brunner

BIOGRAPHIE VON PAUL AMAR

Paul Amar ist im Sommer 1919 in Algerien geboren. Seine Lebensgeschichte ist turbulent, das Jahrhundert hat die Menschen geprägt, gezeichnet und mit ihnen Geschichte geschrieben. 1969 entdeckt Amar während Ferien am Meer in Souvenirläden kleine aus Muscheln gefertigte Tier- und Menschenwesen. Zu Hause fängt er selbst an solche Kreaturen zu schaffen und tauscht die vorerst mit Muscheln dekorierten Teller und Schmuckdosen in der Nachbarschaft gegen Farbe und Glimmer.

Der Künstler arbeitet Tag und Nacht. Die Werke werden immer grösser, farbiger und eigenständiger und tragen Titel wie couple érotique, la femme avec roses, l`arche de Noé, l`aquarium avec sirène oder le jugement dernière. Seine Frau Rosie, die 2012 verstorben ist, schätzte vor allem die unzähligen Blumenbouquets, die nie verwelken und schämte sich ein wenig für die erotischen, ja sogar pornografischen Exemplare, welche wir bei einem Besuch in ihrer Wohnung im einem Pariser Vorort erst nach einer Weile im Nebenzimmer präsentiert bekommen.

Geprägt von der erlebten Armut und Gewalt baut Amar seine „machins“ ohne sich an diesen Ungerechtigkeiten rächen zu wollen. Die meisten seiner bis zu zwei Meter hohen Meisterwerke setzt der Künstler aus vielen kleinen Tieren und Menschen zusammen, die er „Yaouleds“ nennt. Es ist die Bezeichnung der von Hunger und Desillusionierung geprägten Strassenkinder und Jugendlichen in Marokko und Algerien, die der Krise in den 40er Jahren zum Opfer fallen und Anfangs der 50er Jahre eine gewaltreiche Revolte gegen den Kolonialismus und die Repression führen. Auch Amar war im Krieg, im Gefängnis und in Konzentrationslagern aber er hat als Chauffeur für Touristen, Prostituierte und Macker auch viele verrückte Dinge erlebt und gesehen, die ihn inspirieren und sich in der Seele und im Glanz seiner opulenten Werke wiederspiegeln.

Paul AMAR, ohne Titel, © Sammlung S. Brunner

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