Aktuelle Ausstellung

PAPAGENA UND ANDERE SCHRÄGE VÖGEL

16. JANUAR – 28. JULI 2019

 

Walter Baumann alias Walbaum auf seiner legendären Lambretta, Bild: Urs Siegenthaler

Elisabetta Archetti, Gruene Elisabetta, Bild: Ursula Sax

Oper, Musik, Tanz und Theater im weitesten Sinn – das sind die Themen der Ausstellung «Papagena und andere schräge Vögel» im Musée Visionnaire.

Im Zentrum steht das aussergewöhnliche, noch wenig bekannte Wirken von Bernhard Vogelsanger, dem Initianten und «Direktor der Schwamendiger Oper». Diesem zur Seite gestellt werden thematisch verwandte Arbeiten anderer Kunstschaffenden: Die Audio-Installation Opera Calling der Zürcher !Mediengruppe Bitnik, ein gestricktes Delikatessen-Buffet von Madame Tricot, eine im doppelten Sinn schräg bestückte Fest-Tafel der Keramikerin Rosa Bär, Kostüme der legendären Maskentänzer Lavinia Schulz und Walter Holdt, eine Dokumentation zum Projekt DREHUM «la mode folie», für welches DesignerInnen und KünstlerInnen Kostüme nach Zeichnungen von Menschen mit Behinderungen gestal

Bernhard Vogelsanger, Bild: Emanuel Ammon

teten, sowie eine Auswahl von den unendlich vielen Schätzen aus dem Zürcher Stadtarchiv, die der Lebenskünstler und Dichter Walter Baumann alias Walbaum geschrieben, gestaltet und gesammelt hat, ergeben eine opulente Schau von sprühender Kreativität und Originalität, in der Kunst und Leben miteinander verschmelzen oder das Leben zur Performance wird.

Unkonventionell sind sie allesamt, schräge Vögel eben. Sie lassen sich nicht im etablierten Kunstkontext einordnen und gehen ihren eigenen Weg, um das, was aus ihrem Innersten dringt, als Gesamtkunstwerke umzusetzen. Passion und Leidenschaft, nicht Konvention und Kommerz sind Antrieb für das Schaffen.

Ganzkörpermaske “Bibo” von Lavinia Schulz. Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg, Bild: Manfred Rössmann

Einige von ihnen wurden als Künstler nie wirklich wahrgenommen oder sind der Vergessenheit zum Opfer gefallen. So wurden die einzigartigen Ganzkörpermasken von Lavinia Schulz und Walter Holdt nach einem über 50-jährigen Dornröschenschlaf auf dem Dachboden des Hamburger Museums für Kunst und Gewerbe erst Ende der 80er-Jahre des letzten Jahrhunderts wiederentdeckt. Die wunderbar zauberhafte Schwamendinger Oper von Bernhard Vogelsanger war nur einem kleinen Kreis von Eingeweihten ein Begriff. Und die gedichteten, gemalten und gestalteten Schätze von Walbaum sind der Nachwelt nur deshalb erhalten geblieben, weil sein umfangreicher Nachlass von umsichtigen Menschen aus seinem Freundeskreis gesichtet und dem Stadtarchiv übergeben wurde.

Grund genug, um all diese Trouvaillen in einer Ausstellung zu präsentieren und so einen Beitrag zu leisten, um das unendlich wertvolle und einzigartige Schaffen von ganz besonderen Menschen aus der Versenkung zu holen und aufleben zu lassen.