Temporäre Ausstellung

DREI GESCHICHTEN AUS ZÜRICH

11. JULI 2017 – 23. DEZEMBER 2017


Die Ausstellung ist drei Kunstschaffenden gewidmet, die eng mit Zürich verbunden sind: Hans Krüsi (1920-1995), Emil Medardus Hagner (1921-1999) und Gebhard Hafner (1931-2003). Mit ihrer auffälligen Präsenz sind diese drei Stadtoriginale noch immer in der Erinnerung der Zürcher Stadtbevölkerung verankert. In einer dichten Übersicht zeigt das Musée Visionnaire ausgewählte Aspekte ihres künstlerischen Ausdrucks. Die grossartige Vielfalt und das unstillbare künstlerische Schöpfungspotenzial der drei Herren sind durch Bilder, Gedichte, Comics und Musik zu erleben.

Emil Medardus Hagner, Lebensbaum, undatiert, kolorierte Lithografie © Familie Hagner, Zürich

Stadtoriginale sind randständige Personen, die untrennbar mit der Stadt verbunden sind und zum Stadtbild gehören. Sie haben den Mut und das Schicksal, anders zu sein. Somit zeigen sie der Stadtbevölkerung auf konsequente und humorvolle Weise auf, dass gewisse Menschen vorerst als eigenartig angesehen, später aber deshalb zu geschätzten Zeitgenossen werden. Sie plädieren dafür, dass es eigentlich ganz normal ist, nicht ganz so normal zu sein. Allerdings ist es ihr Schicksal, von vielen nicht ernst genommen zu werden.

Sie zeichnen sich durch ihr unverwechselbares Aussehen aus und fallen durch ihre ungewöhnlichen Requisiten auf. Hans Krüsi hatte beim Postkartenverkauf immer seinen ausgeschmückten, erweiterten Tornister dabei sowie einen mit Blumen verzierten Hut; Gebhard Hafner war beim Arbeiten als Strassenkehrer stets mit einer leuchtenden Arbeitsweste und einem Besen ausgestattet; Emil Medardus Hagner trug meistens Efeublätter und Amethysten bei sich, die ihm Energie spendeten. Die Installationen der Ausstellung sind den Merkmalen und Glücksbringern der drei Stadtoriginale gewidmet.

Gebhard Hafner, Mutwillige Schönheit, 2002, Filzstift auf Karton © Sammlung S. Brunner, Zürich

„Drei Geschichten aus Zürich“ zeigt das Thema der Erzählung in Bezug zu den Stadtoriginalen und deren künstlerischen Tätigkeiten auf zwei Ebenen. Geschichten werden einerseits durch die vielseitigen Bilder der drei Künstler skizziert und andererseits mit Hilfe weiterer Werkgattungen ausgeschmückt.

Emil Medardus Hagner lädt den Betrachter in eine visuelle Sagen- und Märchenwelt ein, die sich von Zürich bis Indien erstreckt. In den Comics-Geschichten sowie den witzigen Lebensaufzeichnungen treten Text und Skizze in Dialog. Bei Gebhard Hafner verleihen seine lebensfreudigen Gedichte den geometrischen, knalligen Bildern weitere Tiefe. Schliesslich ermöglicht Hans Krüsi dem Betrachter sowohl durch seine thematische wie technische Bildvielfalt als auch seine experimentellen Tonaufnahmen in sein Universum einzutauchen.

Von privaten Personen sind dazu Werke Krüsis ausgestellt, die mit persönlichen Erinnerungen der Besitzer an den Künstler und sein Werk verbunden sind. Die Anekdoten hängen neben den Exponaten in Text-Form.

Hans Krüsi, ohne Titel, undatiert, Filzstift auf Papierserviette © Kunstmuseum Thurgau

Hinter den Figuren des Blumen- und Postkartenverkäufers an der Bahnhofstrasse, des Märchenmalers und des Strassenwischers vom Bellevue, die in der allgemeinen Erinnerung der Bevölkerung noch präsent sind, stecken weitere – vielleicht weniger auffallende – Facetten. Die Ausstellung strebt nach Erkundung neuer, unerwarteter Einblicke in die drei Stadtoriginale durch Bild, Text und Musik.

„Drei Geschichten aus Zürich“ ist als Fortsetzung der bereits angefangenen Ausstellungsreihe einzuordnen, die der Aussenseiterkunst aus verschiedenen Regionen der Schweiz weitere Sichtbarkeit geben will. Dank den grosszügigen Leihgaben des Kunstmuseums Thurgau/Kartause Ittingen, der Familie Hagner sowie von Susi Brunner ist die Mehrheit der ausgestellten Exponate das erste Mal der Öffentlichkeit zugänglich.

 

BERICHTE ÜBER DIE AUSSTELLUNG (AUSWAHL):

Züritipp – 6. Juli 2017

Radio SRF 1 – Regionaljournal Zürich-Schaffhausen – 11. Juli 2017 (Startzeit: 22 Min. 10 Sek.)

Luzerner Zeitung – 17. August 2017

Blick – 17. August 2017

Surprise – 25. August 2017

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